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Die Sowjets im Oertelsbruch - zwischen Raketentests und Technologietransfer

Vortrag von F. Barteld und F. Schein zog über 50 Interessierte nach "Laura"

Mehr als 50 Besucher kamen am Samstag in die KZ-Gedenkstätte "Laura", um von Frank Barteld und Frank Schein mehr über das Rüstungswerk und den Testbetrieb im Oertelsbruch und dessen Bedeutung für die sowjetische Raketenentwicklung zu erfahren. Dabei spannten die Vortragenden einen Bogen von den Anfängen der Raketenforschung in Kummersdorf bei Berlin über die Betriebe in Peenemünde, Nordhausen und Schmiedebach bis nach Chimki nahe Moskau, einem Zentrum der sowjetischen Raketenforschung.

Der Vortrag machte deutlich, dass die von den Sowjets 1945/46 weitergenutzte Prüfstätte für Raketentriebwerke im Oertelsbruch eine wichtige Basis für den Technologietransfer in die UdSSR war. Leitende Angestellte aus Lehesten wie Prüfstandsleiter Willi Schwarz, der Chef des Sauerstoffwerks Heinz Haase,  Strömungstechniker Dr. Karl-Joachim Umpfenbach und einige weitere wurden Ende 1946 zwangsweise in der Sowjetunion gebracht, um dort ihre Arbeit für die Raketenentwicklung fortzusetzen. Zuvor kamen sowjetische Spezialisten wie Sergej Koroljow und Walentin Gluschko auch in den Oertelsbruch, um sich hier deutsches Knowhow anzueignen. Begleitet wurde der Vortrag von historischen Bilddokumenten aus der amerikanischen und vor allem sowjetischen Besatzungszeit. Eine kurze Filmsequenz zeigte Versuche mit einer kompletten A4-/„V2“-Rakete in einem eigens dafür errichteten Prüfstand im Oertelsbruch.