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10 Jahre seit Sanierungsbeginn der KZ-Gedenkstätte „Laura“

Über 1,2 Millionen Euro haben Land und Landkreis in Gebäude und Betrieb investiert

 

Schmiedebach. Im Jahr 2011 begannen umfangreiche Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen der KZ-Gedenkstätte "Laura" als früheres Außenlager von Buchenwald, kurz nachdem der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt die Eigentümerschaft des denkmalgeschützten Ensembles übernommen hat. Nach mehr als 10 Jahren ist es zum Saisonende im Oktober 2021 Zeit für einen kleinen Rückblick:

"Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland, das muss man ganz klar so sagen", resäumiert Landrat Marko Wolfram. "Weder ein baulich so gut erhaltenes KZ-Außenlager, noch einen Landkreis, der Träger und Eigentümer einer NS-Gedenkstätte ist und sich so stark macht, für den Erhalt der Erinnerungskultur in unserem Land", so Wolfram. "Insgesamt über 1,2 Millionen Euro haben der Freistaat Thüringen und der Landkreis hier gemeinsam investiert", so Wolfram. "Das zeigt sehr deutlich, wie wir zu unserer historischen Verantwortung stehen."

Nach der Übernahme der Eigentümerschaft durch den Landkreis in schwierigen Zeiten 2010 in Verantwortung der damaligen Landrätin Marion Philipp, war die Bahn frei für Fördermittel der Thüringer Staatskanzlei, um den Erhalt und die dringend notwendige Sanierung des historischen Ortes voranzubringen.

Allein in den ersten drei Jahren nach dem Erwerb flossen 582.000 Euro Fördermittel der Thüringer Staatskanzlei in das Ensemble, über 81.000 Euro Eigenanteil stemmte der Landkreis. Ein multifunktionales Besucherzentrum wurde geschaffen, mit Veranstaltungstechnik, behindertengerechtem Zugang, Besuchertoiletten und komplett neuer Ausstellung auf dem neuesten Stand der Forschung. Ein modernes Gedenkstättenbüro entstand in der ehemaligen Häftlingsküche mit Besucherempfang, Archivraum und Personalbereich. Die ehemalige Scheune und frühere Häftlingsunterfkunft wurde komplett für Besucher geöffenet und mit Ausstellungstafeln bestückt, die massiv beschädigte Holzkonstruktion umfangreich und denkmalgerecht saniert. Das Außengelände wurde umgestaltet: ein Besucherparkplatz mit Buswendeschleife entstand, Wege wurden angelegt, der Appellplatz symbolisch wiederhergestellt, der Lagerzaun optisch rekonstruiert und Lagerbestandteile ausführlich beschildert. "Alles in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der fachlichen Unterstützung durch die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre", erklärt Peter Lahann, Leiter des zuständigen Presse- und Kulturamtes.

In den Jahren 2014 und 2021 wurden zudem original erhaltene Wandmalereien der Häftlinge aus der Lagerzeit freigelegt und konserviert - Funde, die das Alleinstellungsmerkmal des Ortes weiter untermauern. Seit 2019 gibt es Audiogouren durch das Ensemble, in 7 verschiedenen Sprachen, die vor Ort mit Mediaguide oder überall auf der Welt per App zum Herunterladen verfügbar sind. Die "Gedenkstätte 4.0, wie sie Wil van Hasselt sich gewünschct hat, existiert", findet Landrat Marko Wolfram.

Die Betreibung der Gedenkstätte hatte der Landkreis im Jahr 2021 ebenfalls übernommen, nachdem sich das Christliche Jugenddorfwerk zurückgezogen hatte. Die Thüringer Staatskanzlei fördert die Öffnung des Ortes für Besucher aus nah und fern seitdem mit jährlich18.000 Euro, in 2021 sogar mit 25.000 Euro. "Wir freuen uns, dass die pädagogische Arbeit der Gedenkstätte immer mehr Nachfrage findet und die Schulen in der Region, auch über die Kreisgrenzen hinaus, unser Angebot wahrnehmen", so Wolfram. "Dies ist seit vielen Jahren auch Dank des Fördervereins der Gedenkstätte möglich, der stets ein unverzichtbarer Teil des Ortes ist." 

Neben der Absicherung der qualifizierten Besucherbetreuung zu den Öffnungszeiten und darüber hinaus, sei eine weitere Stärkung der inhaltlichen Bildungsarbeit vor allem mit Schülerinnen und Schülern wünschenswert, so Wolfram. Sie stelle bereits einen Schwerpunkt der Gedenkstättenarbeit dar, könne aber noch ausgebaut werden.

Die Gedenkstätte Laura ist von April bis Oktober jeden Jahres zu den Öffnungszeiten und nach Vereinbarung geöffnet. Jährlich besuchen 3500 - 4.500 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern das ehemalige Außenlager in Schmiedebach.

 

Carolin Dudkowiak,

Presse- und Kulturamt