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Arbeiten an der Gedenkstätte Laura gehen zügig voran – Feldscheune abgerissen, Zwischenwand in Häftlingsscheune entfernt

Die Arbeiten an der KZ-Gedenkstätte Laura gehen nach dem Ende der Besuchersaison zügig voran. In der vergangenen Woche wurde eine große Feldscheune aus DDR-Zeit abgerissen, hier soll künftig ein Besucherparkplatz für die Gedenkstätte, aber auch den örtlichen Sportplatz entstehen. In der ehemaligen Häftlingsunterkunft wurde eine Zwischenwand entfernt, die bisher den Gedenkstättenteil vom Rest der Scheune abgetrennt hat. „Die Besucher werden künftig die gesamte Häftlingsunterkunft begehen können“, sagte Landrätin Marion Philipp.

Parallel zu den Abbrucharbeiten untersucht ein Restauratorenteam Farbspuren und Inschriften in der Scheune. Vermutlich stammen diese noch von Häftlingen und sind damit historisch äußerst wertvoll. Ein Erfurter Modellbauer erstellt unterdessen ein maßstabsgetreues Modell des KZ-Außenlagers. „Als Grundlage nutzen wir Luftbilder von 1945, die wir vom Landesamt für Vermessung erworben haben“, so die Landrätin. Das Modell wird ab April im neuen Ausstellungsraum in der ehemaligen Lagerselbstverwaltung gezeigt.

Im Ausstellungsraum sind die Arbeiten ebenfalls weit fortgeschritten. Bis April werden die Sanitäranlagen fertig, eine kleine Teeküche ermöglicht dann die Versorgung bei Veranstaltungen. Die künftige Ausstellung wird derzeit im Auftrag des Landratsamtes vom Jenaer Historiker Dr. Marc Bartuschka erarbeitet. Die bisherige Ausstellung wird wesentlich erweitert und ergänzt. Eine Einführung findet künftig im neuen Ausstellungsraum statt. Lageralltag und Häftlingsschicksale werden im bisherigen Gedenkstättenteil dargestellt. Im bisher nicht zugänglichen Kapo-Raum (Funktionshäftlinge, die eine Aufseherfunktion hatten) werden verschiedene Täterbiografien gezeigt.

Neue Erkenntnisse erhofft sich die Landrätin unter anderem von Filminterviews mit ehemaligen jüdischen Laura-Häftlingen, die Dr. Bartuschka entdeckt hat. „Wir haben Kontakt zur Shoah-Foundation in Los Angeles aufgenommen, um Kopien der Interviews zu erwerben“, beschreibt Philipp die spannende Spurensuche.

Während für die Gestaltung der Ausstellung ein Weimarer Gestaltungsbüro den Auftrag erhalten hat, sind die Überlegungen für den Einsatz moderner Medien noch am Anfang. Computerterminal, Hördusche oder Filmstation sind denkbar, müssten aber für Besucher unaufdringlich und dezent platziert werden. Später soll ein Audio-Guide die Ausstellung vor allem im Außengelände ergänzen.