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Gedenken vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine

Landrat Marko Wolfram mahnt: Frieden ist nicht selbstverständlich

Schmiedebach. Der 77. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen KZ-Außenlagers „Laura“ in Schmiedebach wurde am Mittwoch, 13. April, in der Gedenkstätte des Landkreises begangen. Landrat Marko Wolfram nahm in seiner Rede Bezug auf den russischen Überfall auf die Ukraine. „Man kann es nicht begreifen, dass sich gerade jetzt ähnliche Kriegsverbrechen in Europa abspielen wie hier im Außenlager vor mehr als 70 Jahren.“

Zu den rund 30 Gästen zählten Kirsten van Hasselt, Enkelin des ehemaligen Häftlings Herman van Hasselt, Dorit Gropp, die Vorsitzende des Fördervereins, die drei Linken-Landtagsmitglieder Katharina König-Preuss, Ralf Kalich und Markus Gleichmann, die Lehestener Bürgermeisterin Nicole Vockeroth, mehrere Kreistagsmitglieder sowie Dr. Harry Stein und Sabine Stein als Vertreter des KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

„Die Bedeutung des Wortes Frieden war uns nie bewusster als heute. Dass er so fragil ist, hätte wohl kaum einer wirklich gedacht, doch wir wurden eines Besseren belehrt. Niemals darf man Frieden für selbstverständlich halten. Wir müssen jeden einzelnen Tag weiter dafür kämpfen,“ mahnte der Landrat. Dieser Aufgabe stelle sich der Landkreis mit seiner Gedenkstättenarbeit. „Solidarität, Toleranz und Mitgefühl sind Werte für die wir ebenfalls einstehen, die wir leben und die wir auch vermitteln wollen“, sagte Wolfram.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung am Gedenkstein lud die Vorsitzende des Fördervereins, Dorit Gropp, die Teilnehmenden der Gedenkveranstaltungen zu einer Filmvorführung in das Besucherzentrum der Gedenkstätte ein. Der neue 35-minütige Zeitzeugenfilm war in Zusammenarbeit mit dem Filmstudio Sirius aus Meura entstanden. Zu Wort kommen die mittlerweile verstorbenen Zeitzeugen Herman van Hasselt und Auguste Verfaille, die das Lager überlebten, sowie der Schmiedebacher Gerhard Großmann.

Am 13. April 1945 trafen US-Amerikanische Truppen bei ihrem Vorstoß durch das Thüringer Schiefergebirge auf das größtenteils verlassene Lager „Laura“. Nur wenige Kranke und erschöpfte Gefangene waren noch vor Ort. Die meisten Gefangenen trieben die SS-Wachmannschaften wenige Stunden zuvor auf Umwegen zum Bahnhof Wurzbach und von dort mit dem Zug nach Dachau-Allach, wo sie erst Wochen später befreit werden konnten. Bis zu diesem Tag starben mehr als 550 Männer im Lager.

Peter Lahann
Presse- und Kulturamt