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Landrätin erinnert an 66. Jahrestag der Befreiung – Familie van Hasselt er-wartet

Anlässlich des 66. Jahrestages der Befreiung des Außenlagers „Laura“ in Schmiedebach findet am Mittwoch, dem 13. April 2011 um 16 Uhr eine Kranzniederlegung in der Gedenkstätte statt. Das erste Mal in der Geschichte der Gedenkstätte tritt der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt als Eigentümer in Erscheinung.

Zu diesem besonderen Anlass wird u. a. ein Vertreter der Landesregierung sowie die Familie van Hasselt aus Holland erwartet. Die Urne des ehemaligen Laura-Häftlings Herman van Hasselt war 2009 auf dem Gelände der Gedenkstätte beigesetzt worden. „Ich freue mich sehr darauf, die Familie van Hasselt wiederzusehen, umso mehr, da wir Ihnen von unserem Erfolg berichten können“, so die Landrätin.

Zum Jahresende 2010 konnten die langwierigen Verhandlungen um den Erwerb der Gedenkstätte Laura zu einem positiven Abschluss gebracht werden. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und die Gläubigerbanken des insolventen Eigentümers hatten sich unter der Moderation von Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, auf einen Kompromiss geeinigt. Am 14. Dezember 2010 gab auch der Kreistag seine Zustimmung. Das erworbene Gedenkstättengelände umfasst mit einer Fläche von ca. 20.000 qm den ehemaligen Häftlingsbereich sowie drei zentrale, denkmalgeschützte Gebäude.

Der Erwerb der Gedenkstätte bildete die Voraussetzung für die dringend notwendige Sanierung und Umgestaltung des Areals. Für die kürzlich begonnenen Sanierungsarbeiten erhielt der Landkreis bereits 50 000 Euro Fördermittel vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Weitere Fördermittel sind in Aussicht gestellt.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur Gedenkveranstaltung eingeladen. Das Außenkommando „Laura“ des Konzentrationslagers Buchenwald war am Morgen des 13. April 1945, kurz vor Eintreffen der amerikanischen Armee in Schmiedebach, von der SS evakuiert worden. Etwa 600 bis 650 marschfähige Häftlinge wurden in das KZ Dachau geschickt. Nur wenige kranke Häftlinge blieben im Lager zurück und erlebten am gleichen Tag ihre Befreiung durch die amerikanischen Truppen. Insgesamt waren im Außenlager Laura mehr als 2 600 Häftlinge aus zehn Nationen inhaftiert, über 560 von ihnen fanden hier den Tod.

Der Förderverein Gedenkstätte Laura e.V. lädt am Mittwoch bereits um 13.30 Uhr zu der geführten Wanderung „Auf den Spuren des KZ Laura“ ein. Interessierte werden gebeten, sich telefonisch bei der Vereinsvorsitzenden Dorit Gropp, unter der Telefonnummer 03673/621170 oder per Email an: info@kz-laura.de zu melden. Für die ca. 4 km weite Wanderung sind etwa zwei Stunden angedacht, Treffpunkt ist der Eingang zur Gedenkstätte.

Um 17 Uhr wird der Ausschuss für Bau und Vergabe des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt in den Räumlichkeiten der Gedenkstätte tagen.