Kulturminister Tischner besucht Gedenkstätte
Sommertour führte nach Lehesten in das ehemalige KZ-Außenlager Laura
Lehesten. Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour besucht Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, zahlreiche Kultureinrichtungen in Freistaat. Am Dienstag, 28. Juli, machte er in der KZ-Gedenkstätte Laura des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt in Schmiedebach Halt. Begrüßt wurde er von Maik Kowalleck, der als 1. Beigeordneter Landrat Marko Wolfram vertrat und Peter Lahann, dem Leiter des Presse- und Kulturamtes des Landratsamtes, das für die Gedenkstätte zuständig ist, sowie Dorit Gropp, Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte. Zudem nahmen Nicole Vockeroth, Bürgermeisterin der Stadt Lehesten, und Yvonne Mützel, Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Schiefergebirge an dem Termin teil.
Patrick Metzler, seit 2020 Koordinator der KZ-Gedenkstätte, erklärte auf einem Rundgang durch das Gelände des ehemaligen Außenlagers die wichtigsten Daten und Fakten zur Lagergeschichte. Das Außenlager des KZ-Buchenwald war im September 1943 eingerichtet worden, um die Raketenproduktion der Nazis unter Tage zu verlagern und vor Angriffen der Alliierten zu schützen. Rund 2.600 Häftlinge waren bis zur Befreiung des Lagers am 13. April 1945 dort inhaftiert. Mehr als 500 überlebten die schwere Zwangsarbeit, Misshandlungen und Entbehrungen des Lageralltags nicht.
Besonders interessierte den Minister die Entwicklung des Außenlagers zu einer Gedenkstätte und die pädagogische Arbeit heute. Als Keimzelle gilt die Errichtung eines Gedenksteins im Jahr 1956. Die Gedenkstätte selbst wurde 1979 in einem Teil der großen Scheune als ehemaliger Hauptunterkunft der Gefangenen eingerichtet. Mit der Kreisgebietsreform 1994 ging die Trägerschaft auf den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt über, der 2010 den Häftlingsbereich erwarb, sanierte und mit Unterstützung des Freistaates neu gestaltete und seit der Wiedereröffnung 2012 mit eigenem Personal betreibt. „Der Landkreis stellt sich hier in vorbildlicher Weise seiner Verantwortung“, betonte Kowalleck.
„Mit der Aufwertung der Stelle des Koordinators konnten wir Kontinuität in die Betreuung der Gedenkstätte bringen und die pädagogische Arbeit ausbauen“, sagte Lahann. Unterstützt wird das Landratsamt durch den Förderverein, der unter anderem Publikationen und Filme zur Gedenkstätte produziert hat und die Besuche von Schulklassen mit betreut und finanziell unterstützt, erklärte Dorit Gropp. Minister Tischner unterstrich die Bedeutung der bildungspolitischen Arbeit bei der Vermittlung von Grundwerten, auf denen die Gesellschaft beruht. Dies könne in Einrichtungen wie der Gedenkstätte Laura besonders eindrucksvoll übermittelt werden. Mit einem Eintrag in das Gästebuch beendete Tischner seinen Besuch. Anschließend stand der Besuch des technischen Denkmals „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ auf dem Programm.
Pressestelle, Presse- und Kulturamt