Landrat begrüßt Verdienstkreuzträger
Saalfeld. Weil er durch andere Termine gebunden war, konnte Landrat Marko Wolfram bei den beiden jüngsten Verleihungen des Bundesverdienstkreuzes an Bürger aus dem Landkreis in Erfurt nicht persönlich anwesend sein. Deshalb hatte er jetzt Dorit Gropp und Peter Möller eingeladen, um ihnen persönlich zu gratulieren und aktuelle Themen zu besprechen. „Es ist eine große Ehre für uns, dass Sie beide nun ausgezeichnet wurden. Sie haben es beide verdient“, so der Landrat.
Der 76jährige Rottenbacher Peter Möller war am 18. September mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Seit Jahrzehnten setzt sich Peter Möller mit außergewöhnlichem Engagement für die Bergbahn- und Tourismusregion Schwarzatal ein – als Ideengeber, als Möglichmacher, als Brückenbauer zwischen Menschen und Institutionen, heißt es in der Begründung.
Dorit Gropp war am Montag, 29. September, mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens ausgezeichnet worden. Gleich an mehreren Stellen prägt sie das gesellschaftliche und kulturelle Leben ihrer Region – und verleiht ihm Substanz und Seele, heißt es in der Begründung zur Ehrung. So ist sie im Ortschaftsrat ihres Heimatorts Lositz ebenso aktiv wie in der Lese-Insel Bad Blankenburg und in Lehesten am Technischen Denkmal und in der Gedenkstätte.
Im Gespräch ließen beide Ausgezeichneten ihre Arbeit und ihre Erfahrungen Revue passieren. Do-rit Gropp berichtete über ihre ehrenamtliche Arbeit im Technischen Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten und in der KZ-Gedenkstätte Laura. Wie der Museumsverband Thüringen fest-gestellt hatte, sei das Technische Denkmal eine europaweit einzigartige Einrichtung, die bei den Touristen großes Interesse hervorruft. Sie wünscht sich deshalb, dass die Besucher nicht nur be-geistert Fotos machen und in den sozialen Medien posten, sondern dass sie auch vermehrt Führungen buchen.
Erfreulich sei der Zulauf für die KZ-Gedenkstätte Laura, die auch als Bildungsangebot im Thüringer Schulportal gelistet sei. Insbesondere Kronacher Schulen nutzen die große Nähe nach Lehesten, weil die bekannten bayerischen Gedenkstätten in Dachau und Flossenbürg wesentlich weiter entfernt sind. Der Förderverein der Gedenkstätte versuche auch, alle Gruppen bei ihrem Besuch finanziell zu unterstützen.
Im Gespräch mit Peter Möller ging es vorrangig um Bahnthemen – wie seine Erinnerungen an die Besuche beim Bahnbetriebswerk in Probstzella noch zu DDR-Zeiten. Und natürlich spielte nach dem dramatischen Unfall vom 3. September an der Standseilbahn Ascensor da Glória in Lissabon auch das Thema Sicherheit an der Oberweißbacher Bergbahn eine Rolle. In den 100 Jahren ihres Bestehens liege an der Bergbahn inzwischen das 13. Seil, so Möller. Das aktuelle Seil sei dort 2002 eingebaut worden – und bei den regelmäßigen Überprüfungen haben es bislang noch nie Auffälligkeiten gegeben.
Eine der bedeutsamsten Neuerungen, die Peter Möller in seiner Zeit als Bergbahnchef umgesetzt hat und die die Attraktivität der Bahn erhöht haben, ist die Abschaffung der Bandansage. Bei der persönlichen Ansprache der Zugführer bei den Fahrten zwischen Talstation und Bergstation können die Beschäftigten ihre eigenen Ideen einbringen - was immer gut beim Publikum ankommt.
Martin Modes
Presse- und Kulturamt